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Kumi Sugai nimmt in der zeitgenössischen Kunst eine besondere, etwas paradoxe Stelle ein. Er ist Japaner, beging kürzlich seinen siebzigsten Geburtstag, lebt und arbeitet seit 1952 in Paris. Seine ersten Ausstellungen schon brachten ihm die Anerkennung als einem der bedeutendsten Künstler seiner Generation. 1960 widmete André Pieyre de Mandiargues in der Reihe des "Musde de Poche" ihm ein Buch. Das Guggenheim Museum in New York räumt ihm einen auserlesenen Platz ein. Sein Ruf verbreitet sich über Deutschland, Skandinawien, über seine Heimat, wohin er erst 1969 nach achtzehnjähriger Abwesenheit für kurze Zeit zurückkehrte, nachdem das Museum für moderne Kunst in Tokio ihn mit der Dekoration seiner Vorhalle beauftragt hatte. Im Jahr vorher hatte er Japan auf der Blennale in Venedig vertreten. Sein Ruf wächst weiter, seine Ausstellungen vermehren sich, Sugai jedoch, einem Zen-Mönch gleich seinem Schaffen hingegeben, verlässt sozusagen nie sein Atelier.

sugai sugai

Im Laufe der Jahre hat Sugai's Malerei tiefgreifende Verwandlungen erfahren. Von seiner anfänglich instinktmässigen Kunst ist er zu einer abstrakten, durch Kanji inspirierten Kalligraphie übergegangen. Darauf folgte eine mehr materienverpflichtete Periode seines Schaffens, dann, nach scharf abgezeichneten Stufen, ein dem Op'art, dem Colour Field painting verwandtes Kombinieren mit hellen und rationalen Formen. Von da an malt Sugai Serien (Autobahnen, Festspiel A, B, C) und zieht grossformatige Bilder vor. Zur gleichen Zeit arbeitet er weiter an Plastik und Lithographie. Seine jetzige Entwicklungsstufe ist eine Synthese der vorausgegangenen.

Jean-Clarence Lambert ist Sugai schon bei seiner Ankunft in Paris begegnet. Er hat seine Entwicklung verfolgt, hat seine Ausstellungen sowohl in Japan wie auch anderswo gezeigt. Sugai hat zwei Gedichtbände von Jean-Clarence Lambert illustriert: La Quête sans fin (Das endlose Suchen) 1957 und Alea (PAB, 1962), zwei bibliophile Bücher ersten Ranges. Als "mitwerkender" Weggefährte hat Jean-Clarence Lambert diese erste vollständige Monographie verfasst. Da Sugai's Werk im Wesentlichen den ganzen Bogen der Nichtfigürlichen Malerei berührt, hat der Verfasser aus seiner Kunst die darin enthaltene "Poietik" herausgelöst, wobei er solche Bachelard'sche Begriffe, wie etwa den der "materiellen" im Verhältnis zur "formellen" Imagination, von Beginn an seinen Schriften zugrundelegte. Im Nichtgegenständlichen behauptet das vom Maler geschaffene Bild, ohne jegliche Bezugnahme auf das Reale, seine Eigenständigkeit und Originalität. Wir haben es zweifelsohne hier mit einer entscheidenden Errungenschaft der zeitgenössischen Kunst zu tun. Ein Werk wie eben dasjenige von Kumi Sugai veranschaulicht dies volständig.
Paris 1990


kumi sugai

SUGAÏ

Monographie

von
Jean-Clarence LAMBERT

Editions Kara   1990  
30 x 24 cm
Siten : 224
94 bilder in farbe, 60 in s/w


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TABLE OF CONTENTS
KUMI SUGAÏ   von Jean-Clarence Lambert s. 7
Biographie s. 199
Museen und öffentliche Kunstsammlungen s. 203
Einzelausstellungen s. 207
Wichtigste Kollectivausstellungen s. 211
Verzeichnis der Illustrationen s. 213
Photonachweis s. 222
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